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Selbstbestimmung für Frauen!
Seit mehr als einem Jahr ist nun die Blau/Schwarze
Regierung im Amt. Entrechtung von Frauen hat sie im
Programm, eine "Frauen - zurück - an den
Herd"-Mentalität macht sich breit. Frauen
- natürlich nur österreichische - sollen
Kinder kriegen und zu Hause bleiben. Schon 1993 verdeutlichte
Haider seine Einstellung zu Frauen in seinem Buch "Die
Freiheit die ich meine": " Wir müssen
Frauen dazu ermutigen, was ihr ureigenstes Anliegen
ist, nämlich ihr Kind gross und tüchtig werden
zu sehen, und sich ihm zu widmen." Klar, der Staat
braucht grosse und tüchtige SoldatInnen, ArbeiterInnen,
Wahlvolk ... und natürlich weitere "Reproduktionsmaschinen"
- das ist die "Bestimmung", die sie für
Frauen vorsehen. Österreichische Frauen sollen
gebären, damit es mehr österreichische Kinder
gibt ...
Mit diesem frauenfeindlichen Klima bekommen auch die
schlimmsten frauenverachtenden Gruppen wie zum Beispiel
Pro Life oder Human Life International (HLI) einen
massiven Aufschwung. Die selbsternannten "LebensschützerInnen"
trauen sich mehr und werden immer aggressiver. Frauen,
die mutmasslich eine Abtreibung vornehmen lassen wollen,
werden terrorisiert und sogar tätlich attackiert.
Frauen, die beim "Glück in der Mutterschaft"
- Wahn nicht mitspielen wollen, werden immer häufiger
angefeindet und durch dieses Klima unter Druck gesetzt.
Schon im Mai 2000 schrieb Wolfgang Schüssel als
Bundeskanzler in einem Brief an einen Abtreibungsgegner:
"Wir haben uneingeschränkte Achtung vor dem
ungeborenen Leben und lehnen Schwangerschaftsabbrüche
grundsätzlich ab. (...) eine entsprechende Änderung
der gesetzlichen Regelungen wird von der ÖVP angestrebt
(...)."
Gesundheitssekretär Waneck will die Abtreibungspille
Mifegyne in Österreich nicht zulassen, die ÖVP
hat zwar "künstliche Befruchtung auf Krankenschein"
durchgesetzt, aber z.B.: eine Vasektomie - Unterbrechung
der Ei oder Samenleiter - vornehmen zu lassen wird
zum Spiessrutenlauf: Mensch darf sich erst ab einem
gewissen Alter diesem Eingriff unterziehen, oft müssen
psychologische "Gespräche" geführt
werden, ...
Herr Frauenministerin startete den nächsten Vorstoss,
selbstverständlich mit Schützenhilfe der
Kirche. Mit Unterstützung des Justizministers
(ach nein, natürlich mit Hilfe seiner ehemaligen
Kanzlei muss das heissen) versucht Pro Life, eine der
wenigen Abtreibungskliniken aus einer Wohnung hinauszuklagen.
Diese Wohnung wurde von Pro Life aufgekauft. Anscheinend
einfach so zaubert diese Organisation ohne weiteres
das Geld für Immobilien aus der Tasche, das Klima
in Österreich ist derart konservativ, dass vielen
potenten SpenderInnen die Unterstützung von Pro
Life offensichtlich sehr wichtig ist ... Über
11 Millionen Schilling (nach eigenen Angaben) kassieren
sie pro Jahr, ein Teil davon kommt von der katholischen
Kirche. Diese ist auch, neben der ÖVP, der stärkste
und einflussreichste Partner, den die AbtreibungsgegnerInnen
haben. Seit Bestehen zeigt die Institution Kirche,
was sie von Frauen hält.
Weihbischhof Laun fordert eine Bestrafung im Falle einer
Abtreibung und schreibt in seinem Buch "Das Kind":
"Eine Bestrafung kann der Frau wesentlich bei
der Aufarbeitung helfen". (!!!) Weiters sieht
er eine "Schutzfunktion" durch die Strafe:
"Niemand könne mehr öffentlich für
Abtreibung eintreten (...). Väter könnten
ihr Kind leichter retten, wenn es die Mutter abtreiben
lassen will." Laun und Co fordern im Klartext,
dass Frauen nicht einmal über ihren eigenen Körper
entscheiden, geschweige denn für ihre Anliegen
eintreten dürfen!
Pro Life tritt nicht nur gegen Abtreibung auf, sondern
ist auch gegen jegliche Art von Verhütung. Für
Pro Life und andere gibt es keine Selbstbestimmung
der Frau!
Bekämpfen wir Frauenfeindlichkeit - immer und überall!
Wir fordern:
