que[e]r

que[e]r-Programm / Oktober 2009

Alle Veranstaltungen finden in der W23 im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.

Der Eintritt ist immer kostenlos!!!

Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite

Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF und als Webkalender!

Mittwoch, 30. September:

[K]ein absurdes Theater - §278a

Lesung aus den Akten und anschließende Soli-Party für die nach §278a angeklagten Aktivist_innen

Die Ermittlungen nach §278a Strafgesetzbuch - Mitgliedschaft oder Gründung einer kriminellen Vereinigung - gegen die Tierschutz-, Tierrechts- und Tierbefreiungsszene wurden jahrelang mit exzessiven Überwachungsmethoden geführt. Wir werden aus den Akten lesen: Unterhaltsames, Absurdes, Erschreckendes und werden damit Einblick in Überwachungs- und Ermittlungsmethoden geben.

Anschließend Soli-Party für die nach §278a angeklagten Aktivist_innen! eine Veranstaltung der Basisgruppe Tierrechte (BAT)


Mittwoch, 07. Oktober:

Zur Aktualität antislowenischer Ressentiments

Kärnten/Koroška gilt nicht nur aufgrund seiner Wahlergebnisse als Hochburg rechter bis rechtsextremer Gesinnungen. Über 60 Jahre Befreiung meint vor allem im südlichsten Bundesland "Niederlage". Feiern zum 10. Oktober und Ulrichsberg-Aufmärsche kennzeichnen den Kärntner Alltag ebenso wie die konsequente Missachtung der Erfüllung des Artikels 7 des Österreichischen Staatsvertrags. Die slowenische Minderheit fungiert dabei weitgehend als Projektionsfläche für jene Auseinandersetzungen, die bis heute als "Abwehrkampf" mystifiziert werden und im Plebiszit am 10. Oktober 1920 endeten, sowie als Sündenbock des geschichtsrevisionistischen Umgangs mit der erfolgreichsten Widerstandsgruppe gegen die NS-Herrschaft auf österreichischem Gebiet. An der heurigen 10.Oktober Feier lassen sich nicht nur aktuelle politische Entwicklungen nach Haiders Tod nachzeichnen, sondern auch Frage nach der Aktualität und Wandelbarkeit der etablierten Minderheitenfeindlichkeit beantworten.


Mittwoch, 14. Oktober:

"Was damals Recht war ..."

Der Beginn dieses Zitats des ehemaligen NS-Militärrichters und Ministerpräsidenten von Baden-Württenberg, Hans Filbinger, ist der auslaufenden Ausstellung, die sich den Opfern der NS-Militärjustiz widmet, vorangestellt. Enden tut der Satz auf: "... kann heute nicht Unrecht sein." Diese Äußerung illustriert den Umgang mit Wehrmachtsdeserteuren, so genannten "Wehrkraftzersetzern" und Kriegsdienstverweigeren auch in der Zweiten österreichischen Republik. Mit dem Anerkennungsgesetz 2005 erfolgte zwar teilweise die lang ausstehende generelle Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärgerichtsbarkeit, Deserteure blieben aber unerwähnt.

Diskussion zu Rezeption und Wirkung der Ausstellung mit Richard Wadani (angefragt), Thomas Geldmacher und Hannes Metzler vom PK- Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz.


Mittwoch, 21. Oktober:

Pläne schmieden zum Aktionstag "Abschiebung Abschaffen"

Am Freitag den 23.10. findet rund um den Flughafen Wien Schwechat ein Aktionstag gegen Abschiebung statt. Zwei Tage vorher wollen wir nocheinmal erzählen, was geplant ist, Videos über Proteste in anderen Ländern anschauen und vor allem auch Raum bieten zum Aktionen planen. Wir hoffen dass es bis dahin schon spannende Pläne und Ideen für Aktionen in Kleingruppen gibt, uns vielleicht noch mehr ausdenken, und es auch erleichtern sich spontan noch mit anderen zusammen zu tun.

Alle Abschiebungen sind Scheiße!

mehr Veranstaltungen und andere Infos gibts hier: stopdeportation.blogsport.de


Mittwoch, 28. Oktober:

No Border Sommer 09

Seit Ende der 90er Jahre gibt es No Border Camps an Orten, an denen sich Kämpfe, die Menschen auf der Flucht tagtäglich führen, sowie die Brutalität von Grenzsicherung und Migrationsabwehr besonders zeigen. Diesen Sommer fanden solche Camps in Calais (Frankreich) und Lesbos (Griechenland) statt. In Calais sind über Tausend Menschen ohne Papiere die nach England wollen - Abschiebelager sind in Planung. Am Camp gab es, wohl auch weil die starke Polizeipräsenz Aktionen erschwerte, viel Austausch, Diskussionen und Workshops – wobei daran auch einige Migranten teilnahmen.

Anders auf der Insel Lesbos. Hier standen Aktionen gegen das Internierungslager Pagani, sowie gegen Frontex und die griechische Küstenwache im Vordergrund. Täglich schaffen es Menschen in kleinen Booten aus der Türkei nach Griechenland zu kommen. Auf Lesbos werden viele Migrant_innen in Pagani eingesperrt – doch nicht ohne Widerstand!

An diesem Abend wollen wir von den Camps und der Reflexion davon erzählen, Kurzfilme ansehen und auch darüber sprechen was an den Orten der Camps nach der Abreise der hunderten "Camptourist_innen" geschieht.