Que[e]r

que[e]r-Programm / November 2007

Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.

Der Eintritt ist immer kostenlos!!!

Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite

Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF [69kB] und als Webkalender!

Mittwoch 07. November:

Das Jugendkonzentrationslager "Uckermark"

Als Disziplinierungs- und Tötungsinstrument für unangepasste Jugendliche sind die so genannten "Jugendschutzlager" des Nationalsozialismus heute beinahe unbekannt. Das Jugendkonzentrationslager "Uckermark" wurde 1942 als KZ für Mädchen errichtet, die sich dem nationalsozialistischen Regime widersetzt oder entzogen hatten. Hier wurden über 1000 junge Frauen und Mädchen eingepfercht und häufig auf Grund unterstellter "sexueller Abweichungen" als "Asoziale" kriminalisiert. Ab Frühjahr 1942 wurden auch junge Kärntner Partisaninnen in das Lager deportiert.

Es wird der Film "Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark" gezeigt. Irma Trksak, Überlebende des Konzentrationslager, wird als Zeitzeugin sprechen. Außerdem sollen Informationen über die internationalen FrauenLesben Workcamps auf dem Gelände des ehemaligen KZs weitergegeben werden.

Mittwoch 14. November:

Bedingungsloses Grundeinkommen statt AMS!

Mit großem Trara werden soeben Änderungen im Arbeitslosengesetz beschlossen: Auch UnternehmerInnen und allerlei prekär Beschäftigte sollen sich irgendwie arbeitslos versichert können. Still daneben stehen in der selben Gesetzesvorlage geballte Verschärfungen für arbeitslos Gemeldete: Illegale Tätigkeiten des AMS der letzten Jahre sollen legal werden; Arbeitsvermittlung und Sanktionsmöglichkeiten (zb. Sperren) werden privatisiert; Transitarbeitsplätze gelten als vermittelte Arbeit; die Daten der Arbeitslosen werden sozusagen versteigert. Das meiste davon droht bereits ab 1. Jänner.

Mittwoch 21. November:

Ist die RAF Geschichte?

Die Erledigung, Entledigung und Romantisierung der RAF ist soweit fortgeschritten, dass praktisch nur noch einschlägige Jubiläen Anlass zur unmittelbaren Beschäftigung mit der Geschichte der RAF bieten. Gleichzeitig ist die Historisierung der RAF weit fortgeschritten: Die letzten Schritte der Auseinandersetzungen um die Herstellung eines einheitlichen Bildes von Bedeutung und Darstellung lassen sich nicht zuletzt an der aktuellen Präsenz in Rundfunk und Fernsehen ablesen. Durchbrochen nur von einzelnen Ablegern zu Strafverfolgung/ Haftbedingungen und der offiziell-anlassbezogenen Entwicklung von Anti-Terror-Gesetzen verschwinden Bezüge zu einer sozialrevolutionären Praxis.

An diesem Abend werden unterschiedliche Aspekte aktueller Texte zur Geschichte des bewaffneten Kampfes in der BRD vorgestellt und diskutiert.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Archiv für soziale Bewegungen.

Mittwoch 28. November:

Nein, Kopfschütteln, Schweigen
oder
Was ist eigentlich Definitionsmacht?

Am 25.11. ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen - nicht nur deswegen nehmen wir das zum Anlass, um anhand der feministischen Gewaltdefinition insbesondere über sexualisierte Übergriffe gegen Frauen zu sprechen. Sexismus - als eine der vielen Unterdrückungsmechanismen dieser Welt - geben wir alle zumindest vor, zu bekämpfen. Die Realität schaut leider anders aus. Wenn plötzlich innerhalb des eigenen linken Sumpfs bekannt wird, dass ein Übergriff 'passiert' ist, wird das von der Betroffenen Geschilderte in Frage gestellt, Details zerpfückt oder gar der Frau Machtmissbrauch vorgeworfen, weil sie den Ausschluss des Täters fordert. Was Definitionsmacht genau heißt, warum sie so wichtig ist und was das alles mit Grenzen setzen, konsensualem Handeln oder praktischem Antisexismus zu tun hat und wie Betroffenenunterstützung ausschauen könnte, darüber wollen wir referieren und diskutieren!

Für die Definitionsmacht streiten!