Que[e]r

que[e]r-Programm / November 2006

Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.

Der Eintritt ist immer kostenlos!!!

Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite

Mittwoch 01. November:

(Post-)Operaismus. Von der Arbeiterautonomie zur Multitude

Unter dem sperrigen Titel "(Post-)Operaismus. Von der Arbeiterautonomie zur Multitude. Geschichte & Gegenwart, Theorie & Praxis. Eine Einführung." haben Fuzi (Robert Foltin) und pyrx (Martin Birkner) eine Buch geschrieben, das in der Reihe theorie.org des Schmetterlingverlags herausgegeben wurde. Die Autoren diskutieren über ihre Motivation, dieses Buch zu schreiben, das Konzept der "Multitude" und die Verbindung theoretischer Diskussionen mit der Praxis sozialer Bewegungen, aber auch über problematische "realpolitische" Äußerungen maßgeblicher ProtagonistInnen des "Postoperaismus".

Mittwoch 08. November:

"Ich habe mir Deutschland vom Leibe zu halten versucht"

NS-TäterInnen waren Frauen und Männer und ... Erstere wurden jedoch in der allgemeinen Nachgeschichte über Jahrzehnte entweder unsichtbar gehalten oder als Opfer des NS Regimes subsumiert. Seit einem guten Jahrzehnt gibt es jedoch eine lebendige Frauen- und Geschlechtergeschichtsforschung und im Zuge dieser auch eine ganze Reihe von Arbeiten und Aufarbeitungen zu Mittäterschaft von Frauen und NS-TäterInnen. Ausgangspunkt dieses Abends ist die Kippe von der Nichtwahrnehmung zur Auseinandersetzung mit der Existenz der Täterinnen, der Implikationen im feministischen wie historischen Diskurs, der Notwendigkeit von Auseinandersetzungen mit Täterinnen im sozialen Nahbereich; und letztlich den Formen kollektiven Gedenkens.

Vortrag und Diskussion mit Sabine Kock (IG freie Theaterarbeit) und FreundInnen

Mittwoch 15. November:

Wikipedia - mehr als nur ein Spiegel der Gesellschaft

Etwas mehr als 5 Jahre nach dem Start von Wikipedia wollen wir resümieren, was dran ist am Wiki-Hype. Ursprünglich als Alternative zu herkömmlichen Enzyklopädien entstanden, entwickelt sich die Wikipedia für viele zur unhinterfragten Wissensquelle für alle Lebensbereiche. Doch was sind die Folgen dieser faktischen Monopolisierung des Wissens und was wird hier eigentlich als "das Wissen der Welt" ausgegeben? Einerseits werden gesammtgesellschaftliche Sexismen und Rassismen durch die Wikipedia weiter verfestigt, doch andererseits ergeben sich hier Möglichkeiten Themen, die in anderen Lexika marginalisiert sind, sichtbar zu machen. Anhand von konkreten Beispielen und durch Aufzeigen verschiedener Entwicklungen innerhalb des Projekts wollen wir über Gegenwart und die zukünftige (Weiter-)entwicklung der Wikipedia diskutieren.

Eine Veranstaltung von tech:babbel (http://techbabbel.raw.at)

Mittwoch 22. November:

Critical Mass - Die Kritische Masse

Die "kritische Masse" ist eine entspannte Radfahrt quer durch die Stadt. RadfahrerInnen nehmen sich damit den ihnen zustehenden Platz im städtischen Verkehr und machen auf die Präsenz von RadfahrerInnen und deren Rechte aufmerksam. Auch auf Wiens Strassen tut sich was, jeden dritten Freitag im Monat begeben sich RadfahrerInnen auf die städtischen Verkehrswege. Wie weit die Critical Mass darüber hinaus als eine Aktionsform zur Markierung weitergehender Herrschaftsverhältnisse und als artikulierter Widerstand gegen diese nutzbar ist, soll Gegenstand der Diskussion sein.

Mittwoch 29. November:

Ethnisierung der Politik - Theorie und Geschichte des Volksgruppenrechts in Europa

Minderheitenkonflikte gehören in multikulturellen Gesellschaften zum politischen Alltag. Die Lösungsansätze reichen vom liberal-demokratischen Minderheitenschutz bis hin zum völkisch-nationalen Volksgruppenkonzept, um dessen Durchsetzung sich rechte Akteure seit geraumer Zeit bemühen. Samuel Salzborn zeichnet die Geschichte des Volksgruppentheorems vom Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart nach, analysiert dessen theoretische Hintergründe und beschreibt die Akteure ethnischer Politik in Europa. Dabei verknüpft er zeitgeschichtliche Analysen mit Aspekten der europäischen Integration und des Völkerrechts.

Referat und Diskussion mit dem Autor des Buches, Samuel Salzborn.