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que[e]r-Programm / März 2008
Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.
Der Eintritt ist immer kostenlos!!!
Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite
Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF und als Webkalender!
Mittwoch 5. März:
Hartz4? Agenturschluss!
In Deutschland gibt es seit Anfang 2005 eine unter dem Titel Hartz4 bekannte Systemumstellung punkto soziales Netz: Theoretisch unter dem Namen "Workfare" firmierend ist die Intention dieser beschäftigungspolititischen Massnahmen, nicht in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, sondern Arbeitslosenstatistik wie auch Leistungen zu minimieren. Grundlegende Instrumente sind die Zusammenführung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld, die unterstützende Einführung eines Billiglohnsektors (1 Euro-Jobs) und eine Praxis der Abschreckung potentiell Anspruchsberechtigter (Entwürdigung und Erniedrigung; umfangreicher Antragsbogen; fehlerhafte Bescheide; ...).
Neben einem kurzen Einblick in das System Hartz wird es vor allem um Enwicklungen und Formen des Widerstands dagegen gehen.
Vortrag und Diskussion mit Mag Wompel, u.a. labournet.de
Mittwoch 12. März:
Nichts zu verbergen? die Gesellschaft im Überwachungswahn.
Uuml;berwachungskameras wo das Auge hinschaut - ob in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar vor Wohnbereichen wird nicht halt gemacht. Ob Telefon, Internet, der öffentliche Raum - das Interesse von Staat und privaten Firmen an unseren Gewohnheiten, Interessen, unser aller Verhalten ist riesig. Damit sich auch anständig Schnüffeln lässt werden Stück für Stück durch neue Gesetze Grundrechte ausgehebelt. Die aktuellen Verschärfungen im Bereich Handy- und Internetüberwachung sind hier nur die Spitze des Eisbergs. Auf der Wunschliste der ÜberwacherInnen stehen eine Vielzahl weiterer Maßnahmen (Stichwort: Behördentrojaner), die schon bald realisiert werden sollen, zumindest wenn es nach deren Willen geht.
Eine Diskussion zum Themenkomplex Überwachung, gemeinsam mit tech:babbel veranstaltet.
Mittwoch 19. März:
Auf den Spuren der Clasistas - Bericht einer Politreise nach Venezuela
Die Regierung von Hugo Chavez ist für viele Linke die Chance für eine emanzipatorische Entwicklung und einen revolutionären Aufschwung in Venezuela und Lateinamerika. Für andere ist die Situation zumindest widersprüchlich. Die Clasistas sind eine linke Gewerkschaftsströmung, die ihre Schwerpunkte sowohl auf Betriebsebene wie der Erdölindustrie hat, aber auch auf Stadtteilebene verankert ist. Ihr konsequenter Kampf für eine radikale Gesellschaftsveränderung bringt sie zunehmend auf Konfrontationskurs mit der Regierung Chavez. Diese Veranstaltung soll das politische Selbstverständnis, die derzeitige Situation sowie politische Perspektiven in Venezuela zur Diskussion stellen.
Mittwoch 26. März
Buchpräsentation: "Nicht alle Weißen schießen."
Afrikarepräsentationen im Österreich der 1950er Jahre.
Der 1954 in Kamerun gedrehte Film "Omaru - eine afrikanische Liebesgeschichte" steht im Mittelpunkt dieser Untersuchung österreichischer Afrikabilder der 1950er Jahre. Inwiefern spielten in Österreich, das offiziell keine afrikanischen Kolonien hatte, koloniale Diskurse und Bilder eine Rolle? Was bedeutet die zeitgenössische Begeisterung über einen Film, der "endlich" Afrika "ohne schießende Weiße" zeige im postnationalsozialistischen Nachkriegsösterreich? Welche auch in diesem Film popularisierten Repräsentationen von Afrika sind bis heute wirksam?
Input der Autorinnen mit Filmausschnitten und Diskussion.
Vida Bakondy und Renée Winter: "Nicht alle Weißen schießen." Afrikarepräsentationen im Österreich der 1950er Jahre im Kontext von (Post-)Kolonialismus und (Post-)Nationalsozialismus.
