Que(e)r

Que(e)r-Programm / März 2005

02. März:

Doppelleben - Doppeldiskriminierung?

Schwullesbische oder transgender MigrantInnen habens nicht leicht, müssen sie doch meist mit doppelter Diskriminierung kämpfen. Durch die ständige Konfrontation mit Rassismus und Homophobie leben viele schwullesbische MigrantInnen lieber unsichtbar ein Doppellleben. Wie trotz allen Herausforderungen eine positive Integration möglich sein kann, wird Viennamix, einzige schwullesbische + transgender MigrantInnen-Organisation in Wien, zur Diskussion stellen. Gezeigt werden auch Filmausschnitte als Beispiele schwullesbischer Lebenswelten von MigrantInnen.

Weitere Infos unter: http://www.viennamix.at/

09. März:

Biologismus als Politik?

Biologistische Erklärungsansätze haben wieder Saison: im Alltagshandeln wie in der politischen Auseinandersetzung - vom Glauben an Gene, die für spezifische Verhaltensweisen zuständig seien bis hin zu Peter Michael Lingens' "Bereicherung" der These "Weiße" seien intelligenter als "Schwarze" (er zog die sexuelle Leistungsfähigkeit in seine Überlegungen mit ein). Um Biologismus, seinen Reduktionismus und Determinismus, die Ideologie dahinter - und jene "davor", die damit arbeitet und ihn für politische Zwecke einsetzt - sollen diskutiert werden.

Vortrag und Diskussion von und mit Gerald Steinhardt

16. + 23. März:

Kein Beisl

An diesen beiden Mittwochen geben wir das Beisl ans EKH für Soliveranstaltungen ab. Nicht vergessen: EKH bleibt!

30. März:

"...in dunkler Zeit die Fackel weiterreichen" -
Leopold Stocker: ein Verlag im Dienst von Rechtsextremismus und Revisionismus

Für seinen Beitrag "zum Werden einer neuen Zeit" und "in bestem revisionistischen Geist" dankte 2002 der bekannte Rechtsextremist Otto Scrinzi dem Leopold Stocker Verlag. Hinter dem sorgsam gepflegten Image eines konservativen, auf Bienen-und Gartenzucht spezialisierten Verlages steht ein Unternehmen, das über Österreich hinaus eine wesentliche Rolle für die Verbreitung von geschichtsrevisionistischen und rechtsextremen Gedankengut spielt. Ganz im Sinne seines Gründers, der in den 20er und 30er Jahren zum "Antisemitismus der Tat" aufrief, verlegt der Stocker Verlag mit seinen Hauptsitzen in Graz und Stuttgart heute aus dem "Who is Who" des österreichischen und deutschen Rechtsextremismus. Vor allem die Zeitgeschichte, so Otto Scrinzi 2002 weiter, "erfreut sich des besonderen Zuspruches unseres Gesinnungskreises und sichert ihr unsere große Dankbarkeit". Die Verstrickung des Stocker Verlags in die neu-und altrechte Szene betrifft jedoch nicht nur seine verlegerische Tätigkeit: Finanzielle Beteiligungen, Herausgabe zweier Zeitungen, Veranstaltungen und Vorträge in der rechtsextremen Szene, Mitarbeit bei neurechten Projekten... Seinem Vorsatz, "in dunkler Zeit die Fackel weiterzureichen", kann der Stocker Verlag offenbar immer effektiver und noch immer ungestört nachkommen.

Info- und Diskussionsveranstaltung mit antifaschistischen AktivistInnen