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que[e]r-Programm / April 2009
Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.
Der Eintritt ist immer kostenlos!!!
Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite
Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF und als Webkalender!
Mittwoch, 06. Mai:
"Das Dreieck meiner Kindheit"
Das Projekt Herklotzgasse ist der Versuch, die Geschichte der Arbeitsumgebung zu erforschen und aus einem vagen Gefühl über geschichtliche Bedeutung eine Auseinandersetzung mit der Erinnerung zu starten: Erinnerung als komplexer gesellschaftlicher Arbeits- und Entwicklungsprozess, der über den regionalen Rahmen hinaus sichtbar gemacht werden und Bedeutung haben kann. Ein Resultat war die Ausstellung "Das Dreieck meiner Kindheit" - Eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien XV. Ein anderes das vor kurzem erschienene Ausstellungs-Buch. Beides folgte den Schritten der Ausgrenzung, Beraubung, Vertreibung und Flucht, der Ermordung und des Neubeginns in Palästina von Überlebenden, die ihre Kindheit in der jüdischen Gemeinde in Wien Fünfhaus erlebt haben.
Wie können derartige Gedächtnisräume bewahrt, erweitert und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden? Präsentation und Diskussion mit ProtagonistInnen des Projekts.
Weitere Infos: http://www.herklotzgasse21.at
Mittwoch, 13. Mai:
Wo sind die Deserteure?
Bis heute haben Opfer der NS-Militärjustiz - Deserteure, Selbstverstümmler, Daheimbleiber, Wehrkraftszersetzer_innen, Hochverräter_innen u.a. - eine schlechte Stellung in der österreichischen Gesellschaft. Sie waren Sand im Getriebe der Wehrmacht und des Angriffskriegs - zu "Widerstandskämpfern" fehlte ihnen aus Sicht der 2.Republik aber das "Bekenntnis zum freien, demokratischen Österreich". Im September startet im Nestroyhof eine Ausstellung zur NS-Militärjustiz, der AK Denkmalpflege veranstaltet schon im Vorfeld Infoveranstaltungen und Stadtspaziergänge, die eine theoretische wie aktionistische Beschäftigung anstoßen wollen. Die erste Veranstaltung soll Hintergründe aufklären und Raum für Diskussion und aktive Beteiligung bieten.
Mehr Infos auf: http://denkmalpflege.blogsport.de
Mittwoch, 20. Mai:
Rechtsextremismus in Ungarn
Ungarn ist derzeit immer wieder Schauplatz von neonazistischen Übergriffen. Ende letzten, Anfang diesen Jahres sind dabei erst wieder vier Roma ermordet worden. Immer wieder werden Nachts Häuser von Roma mit Molotowcocktails beworfen, wenn sie fliehen, wird auf sie geschossen.
Erst Mitte Februar fand ein Treffen des neonazistische Blood & Honour-Netzwerks in Budapest statt, das auch international für Aufregung sorgte. Dies in einem Land, in dem seit vielen Jahren "Mobilisierungskampagnen" gegen "Juden" und "Zigeuner" an der Tagesordnung sind, auch unliebsame sozialliberale Politiker sind regelmäßiges Ziel der Attacken.
Was sind die Hintergründe dieser Gewaltwelle? Vortrag und Diskussion mit Magdalena Marsovszky, die sich mit Rassismus und Rechtsextremismus in Ungarn beschäftigt.
Mittwoch, 27. Mai:
Freiheit und Selbstausbeutung
Für manche von uns KulturproduzentInnen kam es in den vergangenen Jahren gar nicht in Frage, auf Dauer einen festen Job in einer Institution haben zu wollen, höchstens für ein paar Jahre. Dann müsste es wieder etwas anderes sein. War es nicht wichtig, sich nicht den Zwängen einer Institution anzupassen, um die Zeit und Energie zu behalten, die kreativen und eventuell politischen Projekte machen zu können, die wirklich wichtig waren?
Bei der hier suggerierten Haltung ist es entscheidend zu glauben, die eigenen Lebens- und Arbeitsverhältnisse seien selbst gewählt und deren Gestaltung sei relativ frei und autonom, mitsamt der Entscheidung zur Selbstausbeutung. An dem Abend soll es darum gehen, in welcher Weise Vorstellungen von Autonomie und Freiheit konstitutiv mit hegemonialen Subjektivierungsweisen in westlichen, kapitalistischen Gesellschaften zusammenhängen. Inwiefern werden durch ‚selbst gewählte’ Prekarisierung die Voraussetzungen dafür mitproduziert, aktiver Teil neoliberaler politischer und ökonomischer Verhältnisse werden zu können?
Vortrag und Diskussion. mit Isabell Lorey.
