Que[e]r

que[e]r-Programm / Mai 2008

Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.

Der Eintritt ist immer kostenlos!!!

Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite

Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF und als Webkalender!

Mittwoch 7. Mai:

Was ist eigentlich Repression?

Repression bedeutet wörtlich übersetzt Unterdrückung. Von Zeit zu Zeit werden Einzelpersonen, ganze Demovorbereitungen oder linke Strukturen per se damit konfrontiert. Vater Staat schlägt mit aller Härte und Gemeinheit zu - egal ob Gummiknüppel, Wasserwerfer, Tränengas, Festnahmen, Vorladungen auf die Polizei, Hausdurchsuchungen oder strafrechtliche Verurteilungen - Repression kennt viele Methoden. Repression hat den Zweck uns Angst einzujagen, klein zu kriegen, paranoid zu machen, zum Aufgeben zu zwingen, uns wegzusperren, stillzuhalten, maßgeblich in unser Leben einzugreifen, es zu dominieren und am Ende unsere Bestrebungen nach einer anderen, besseren Welt zum Stillstand zu bringen. Was Repression in der Vergangenheit speziell in Österreich (Stichwort Ebergassing) angerichtet hat und warum es wichtig ist sich immer wieder damit auseinanderzusetzen oder was Aussageverweigerung damit zu tun hat, darüber wirds in dieser Veranstaltung gehen...

Mittwoch 14. Mai:

critical whiteness studies: quo vadis?

Bereits in den 1970er Jahren sprach Adrienne Rich von einem "weißen Solipsism", nämlich die Tendenz zu denken, zu handeln und zu sprechen als ob "whiteness" die Welt beschreiben würde. "whiteness" drückt sich heute nicht mehr zwangsläufig in rassistischen Diskursen über die Überlegenheit von Menschen mit weißer Hautfarbe aus, als vielmehr in der fortlaufenden Ausblendung und Unterdrückung der Erfahrungen von nicht-weißen Menschen. Das führt dazu, dass unter Rassismus die Benachteiligung von Menschen nicht-weißer Hautfarbe, nicht-westlicher Herkunft und außereuropäischer Kultur verstanden wird, während die Bevorzugung von Menschen mit weißer Hautfarbe, westlicher Herkunft und europäischer Kultur unbeachtet bleibt. weiße bleiben in den Diskussionen über Rassismus ausgeblendet und unsere/ihre kulturellen Produktionen werden nicht als jene von weißen definiert, sondern als Kultur schlechthin.

Nach einem kurzen Überblick zu einigen feministischen Ansätzen der critical whiteness studies (cws) wollen wir folgende Fragen diskutieren: Was bedeutet weiß-Sein in Österreich? Welche unterschiedlichen Dimensionen von weiß-Sein lassen sich in Geschichte, Gesellschaft und Kultur identifizieren? Welche Auseinandersetzungen gibt es bislang mit weiß-Sein in der feministischen, antirassistischen Arbeit und wie kann an bestehende Diskurse angeschlossen werden? Was können die cws zum Abbau von Macht- und Herrschaftsverhältnissen beitragen und was können sie für den Entwurf einer egalitären, mehrgeschlechtlichen und transkulturellen Gesellschaft in Österreich leisten?

Vortrag von Rosa Reitsamer mit anschließender Diskussion.

Mittwoch 21. Mai:

"Alcohol, Testosterone and Ignorance and Fists"
Homo- und Transphobie im Fussball

Männliche Fussballspielende sind nicht schwul, weibliche sind lesbisch, TransGender-Personen kommen gar nicht erst vor. Die neoliberale Event-Kultur reißt Löcher in diese Wand. Schwule Männer und heterosexuelle Frauen sind als Kunden ebenso wichtig und sollten daher von den mehrheitlich heterosexuellen Fans beim Männer-Fussball nicht mehr angegriffen und der Frauen-Fussball insgesamt besser vermarktet werden. Fussball wird zum Familienereignis. Andere als heterosexuelle Lebensweisen haben aber nachwievor weder auf dem Platz noch in der Fankurve Platz. Fussball bleibt ein Männlichkeitsproduzent. Wie genau äußern sich nun Homo- und Transphobie im und ums Stadion? Wie ist Widerstand denk- und machbar?

Mittwoch 28. Mai:

FrauenWM?

Eigentlich tautologisch, festzustellen, dass die MännerEURO sexistisch ist, wenn die letzte FrauenWM wieder mal keine Sau interessiert hat. Scheinbar gibt es für Frauen nur 2 Positionen: entweder sie sind "Opfer" des Männerspektakels Fußball oder das ignorierte Andere als aktive Spielerin. Auch in kritischen Betrachtungen werden Frauen diese Orte zugeschrieben. Selten wird die Norm in Frage gestellt, maximal versucht, den daraus resultierenden Ungleichheiten entgegenzuwirken.

Davon ausgehend wollen wir diskutieren, was im Rahmen der EURO 08 passiert - als Beispiel dafür, wie "Frauen" und "Fußball" gedacht werden.

Eine Veranstaltung mit Steffi Bielowski & Niki Staritz