Que[e]r

que[e]r-Programm / Mai 2007

Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.

Der Eintritt ist immer kostenlos!!!

Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite

Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF [130kB] und als Webkalender!

Mittwoch 02. Mai:

Zur Prekarisierungsdebatte

"Ich kann meine Träume steuern, aber meine Realität nicht. Dabei sollte es umgekehrt sein"

Migration spielt in der Diskussion um Prekarisierung eine wichtige Rolle. Weit verbreitet ist die Einstellung, dass Prekarisierung für weiße EuropäerInnen auch eine Option darstellt, weil es besser ist als vorher, MigrantInnen dagegen aber Opfer einer Zuwanderungspolitik sind, die sie in die miesesten Jobs zwingt.

Anhand eines Videos ("ungeduldig"/ Ein Filmprojekt von und über das Leben junger Flüchtlinge in Hamburg. mokala 2007) wollen wir verschiedene Ansätze in der Debatte um Prekarisierung in Europa diskutieren.

Diskussion mit Leuten von Euromayday Wien

Mehr Infos: http://www.mokala.de / http://www.euromayday.at

Mittwoch 09. Mai:

Widerhall der Vergangenheit!?
Nationalsozialismus in unserer sprachlichen Gegenwart

"Durch den Rost fallen", "Sonderbehandlung", "Überfremdung" und "Umvolkung" - das sind einige der Ausdrücke, denen die nationalsozialistische Tönung noch recht klar anhaftet. Daneben gibt es sprachliche Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus, denen ihr nazistischer Hintergrund nicht sogleich oder eindeutig anzumerken ist. Beide - also transparente und implizite - Formen von historischer Kontinuität des Nationalsozialismus in der österreichischen Gegenwartssprache (zu den mittelbaren Formen zählt etwa auch der verhohlene, kodierte Antisemitismus, der in der Zweiten Republik immer wieder virulent wurde und wird) sind Thema des Vortrags. Um historische Kontinuitäten und Brüche besser nachvollziehbar zu machen, werden markante Merkmale der kommunikativen Verhältnisse in der Zeit des Nationalsozialismus nachgezeichnet. Der auf sprachliche Sensibilisierung abzielenden historischen Rekonstruktion liegt die These zugrunde, dass es eine eigenständige "Sprache des Nationalsozialismus" per se nicht gab.

Vortrag von und Diskussion mit Martin Reisigl

Mittwoch 16. Mai:

Ladyfest Wien!

Programm auf http://plone.ladyfestwien.org

Und weil wir auch (fast) alle zur Eröffnung gehen, gibts kein Programm. Offen ist schon, aber nicht lang.

Mittwoch 23. Mai:

Ist Sex subversiv?

Um 1968 wurde Sex als etwas gesehen, das befreit werden müsste und dadurch die verklemmte Gesellschaft in Frage stellen würde. Feministinnen stellten das in Frage, weil Sex als paradigmatische Unterdrückung der Frauen durch die Männer gesehen wurde und Foucault zeigte, dass der Diskurs über Sex nie so unterdrückt wurde, wie von FreudomarxistInnen behauptet. Daneben entwickelte sich aber in den Emanzipationsbestrebungen der Lesben und Schwulen ein Sexleben außerhalb der "Normen". Die daran anschließende Queer-Bewegung versucht, sich mit nicht-normalen Sex auseinanderzusetzen. Dabei gehen die Einschätzungen auseinander, ob es sich um Befreiung handelt oder nur um die Anerkennung der Vielzahl von unterschiedlichen Lüsten.

Paul Pop u.a. aus der Grundrisse-Redaktion

Mittwoch 30. Mai:

Ihr ghearts olle eigsperrt!

Infotische, Kundgebungen, Demos - im demokratischen Rechtsstaat bleibt nichts ohne Gesetz und deswegen normiert Vater Staat durch das Versammlungsrecht und ein schier undurchschaubares Dickicht von Judikaturentscheidungen die Möglichkeiten des legalen Protest. Die Versammlungsfreiheit wurde in langwierigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen errungen und von den Herrschenden seither keineswegs als Selbstverständlichkeit akzeptiert, was ein Blick in die jüngere Vergangenheit belegt. Demos werden insbesondere von der Exekutive, deren Aufgabe der Schutz der Versammlungsfreiheit wäre, als lästige Verkehrsbehinderung wahrgenommen und nicht als Ausdruck des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit. AktivistInnen werden schikaniert, bedrängt und mit Verwaltungsstrafen bedacht, die oft in jahrelangen Berufungsverfahren ohne Sachentscheidung enden.

Die Solidaritätsgruppe will mit diesem Vortrag samt anschließender Diskussion über Geschichte und Gegenwart des österreichischen Versammlungsrecht Licht ins Dunkel bringen. (Anm.: Der Vortrag musste im April abgesagt werden und wird nun nachgeholt)