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que[e]r-Programm / Juni 2006
Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das Que[e]r ab 18:30.
Der Eintritt ist immer kostenlos!!!
Weitere Infos gibts auf der Que[e]r-Übersichtsseite
Mittwoch 07. Juni:
Unheilige Allianzen
- Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus
Im Rahmen der Veranstaltung werden die Autoren des gleichnamigen Buches über eine Szene berichten, die sich zwischen Satanismus, Heidentum und offener Glorifizierung des Nationalsozialismus bewegt - die sogenannte NS-Black-Metal-Szene (NSBM). Die Anhänger eines sozialdarwinistisch geprägten Satanismus beanspruchen als selbsternannte "Elite" ein "Recht des Stärkeren" und propagieren die Vernichtung all dessen, was in ihren Augen schwach ist. Um sich vom Christentum abzugrenzen, begeben sich andere Musiker auf die spirituelle Suche nach ihren "eigenen" Wurzeln. Sie erheben das germanische Heidentum zur Heilsreligion, fordern ein Leben nach vermeintlichen Gesetzen der Natur und die Vertreibung derer, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Obgleich von der Öffentlichkeit weniger beachtet, haben die extrem rechten Bands des Genres unter dem Label NS-Black-Metal (NSBM) den Schulterschluss mit ihren "Brüdern im Geiste", den neonazistischen Skinheads, längst vollzogen.
Analysiert werden die Motive des Genres sowie ihre Verknüpfung mit der Ideenwelt der extremen Rechten. Zudem werden Bands und AkteurInnen benannt, die zum neonazistischen Untergrund in Deutschland, Österreich und Europa gehören.
Gemeinsam veranstaltet von Grünalternative Jugend Wien (GAJ) und Rosa Antifa Wien (RAW)
Mittwoch 14. Juni:
Sexismus und Homophobie im Stadion
Fußball gilt in Österreich weitgehend als Männersport. Frauen und Mädchen, die der Leidenschaft rund um das runde Leder verfallen sind, haben neben Spott, Aggression und gesellschaftlicher Missachtung auch oft mit mangelnder finanzieller wie ideeller Unterstützung seitens der Verbände, Vereine, SponsorInnen, Medien und Öffentlichkeit zu kämpfen.
Homosexualität wird im Fußball als Makel, als Angriffspunkt gegenüber den gegnerischen Fans, der Mannschaft oder einzelnen Spielern empfunden. Fußballspielende Frauen und Mädchen geraten heute noch unter den "Generalverdacht" lesbisch zu sein. Offene und versteckte Homophobie zeigt sich sowohl in zahlreichen Fangesängen, als auch durch die gängige Wortwahl und Meinungsbilder in den Medien und auf Plätzen und Tribünen.
Im Rahmen der Veranstaltung sollen Sexismus und Homophobie im Fußball-Kontext, sowie das dabei gebräuchliche Verständnis von Männlichkeit thematisiert und hinterfragt werden. Vortrag und Diskussion mit FairPlay.
Die interkulturelle Antirassismuskampagne FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel. wurde 1997 am Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (vidc) gegründet. FARE ist in 35 europäischen Ländern gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball aktiv.
Mittwoch 21. Juni:
TransGender NetWork: Erfahrungen und Perspektiven
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "free gEndeR" von TransX wird ein Abend im Que[e]r bestritten. Dabei sollen Erfahrungen, Perspektiven und die Entwicklung einer gemeinsamen politischen Plattform ausgelotet werden, um Forderungen auf einer europaweiten Ebene harmonisieren und durchsetzen zu können. Dargestellt und diskutiert werden soll diesbezüglich auch die Vernetzung und die Bildung egalitärer politischer Organisationsstrukturen und Entscheidungsprozesse, wie etwa dem "European TransGender NetWork". Hier kann auch ein Fokus auf die unterschiedlichen Situationen in den verschiedenen Ländern gelegt werden.
Zudem wird über den brutalen Mord an der portugiesischen Transsexuellen Gisberta berichtet. Der mediale wie allgemein öffentliche Umgang mit diesem Mord soll dabei einer genaueren Betrachtung unterzogen werden.
Referat und Diskussion mit: Jo Schedlbauer von TransX
Mittwoch 28. Juni:
Rechts rockt Sachsen
Vor mittlerweile zwei Jahren entschieden sich über neun Prozent der sächsischen Wähler/innen bei den Landtagswahlen im September 2004 für die NPD. Am 11. Februar 05 marschierten unter ihren Fahnen mehrere tausend Alt- und Neonazis aus ganz Europa durch Dresden. Während sich die NPD in Sachsen als Volkes Stimme erhebt, terrorisieren gewalttätige Neonazis auf den sächsischen Strassen alles, was sie für nichtdeutsch und nichtrechts halten. Die zum Teil eng mit der NPD verbundenen "Freien Kameradschaften" agieren selbstbewusster und militanter denn je zuvor. Der Vortrag stellt die aktuelle Situation in Sachsen dar und thematisiert die Entwicklung der neonazistischen Szene.
Referent: Peter Conrady, Mitarbeiter von "a.l.i.a.s. dresden" und Autor für die Zeitschrift "Der Rechte Rand".
