
Que(e)r-Programm / Juni + Juli 2001
6. Juni:
Antikapitalismus von rechts und von links - Zum Unterschiedzwischen Ressentiment und Kritik
Der Nationalsozialismus beschränkte sich nicht
auf die terroristische Zerschlagung der ArbeiterInnenbewegung.
Insbesondere an deren Basis wurde versucht, auch integrierend
zu wirken. Das ideologische Integrationsangebot an
das von marxistischer "Verblendung" befreite
Proletariat erfolgte vor allem in Form eines spezifischen
Antikapitalismus oder "nationalen Sozialismus".
Dieser bekämpfte nicht die private Verfügungsgewalt
über die Produktionsmittel, sondern versuchte
die daraus rührende Klassenspaltung in der "Volksgemeinschaft"
aufzuheben. Anstatt das Kapital als ganzes griff er
bloß dessen "Mißbrauch" an. Dabei
wurde nicht nur die Einheit von Produktion und Zirkulation
aufgelöst, sondern auch zwischen "schaffendem"
(i.e. "deutsches" oder "nationales")
und "raffendem" (i.e. "jüdisches"
oder "internationales") Kapital unterschieden.
Wie jeder reaktionäre Antikapitalismus erschöpfte
sich auch jener der Nazis im Antisemitismus: Sein Ziel
war nicht die Überwindung des Kapitalismus, sondern
die Befreiung der "deutschen" Arbeit von
ihrer "jüdischen" Aneignung oder der
"Zinsknechtschaft".
Aber auch der nachfaschistische Rechtsextremismus setzt
bei den Widersprüchen im Kapitalismus an. Wie
sein historisches Vorbild kritisiert er diesen nicht
als gesellschaftliche Totalität, sondern als bösen
Plan einiger "(internationaler) Kapitalisten".
Auch hier richtet sich das Ressentiment ausschließlich
gegen die Zirkulationssphäre. Altes wie neues
Feindbild ist das "vagabundierende Finanzkapital"
und die Börse. So ist im FPÖ- Parteiprogramm
die Rede von "internationalen Spekulanten",
von welchen das "Volk" geschützt werden
müsse. Haider selbst wandte sich wiederholt gegen
den "unfairen" oder "schrankenlosen"
Kapitalismus und schreckte nicht mal davor zurück,
den NS-Kampfbegriff der "Zinsknechtschaft"
wieder aufzuwärmen.
Aber auch ein vorgeblich "linker" Anti-Globalisierungsdiskurs
droht hinter die Essentials der Marxschen Kritik der
Politischen Ökonomie zurückzufallen: Er ist
ebenfalls nicht frei von Personalisierungen und Verschwörungstheorien
und kritisiert den Kapitalismus nicht mehr als solchen,
sondern bloß dessen aktuellen Erscheinungsformen.
13. Juni:
Ruhig Blut!
Wenn es bei Demos oder Aktionen mal heiss hergeht, kommt es oft zu Verletzungen. Um eine Versorgung der Betroffenen zu garantieren, ist es wichtig sich auszukennen und Sani-Material dabei zu haben. Bei der heute statfindenden Demo-Sani-Einführung bekommt ihr die Basics dafür geliefert.
20. Juni:
6 Jahre Widerstand und Wahnsinn
Die Rosa Antifa feiert ihren 6. Geburtstag! Wer mitfeiern will ist willkommen! Mit Hexenbowle, Cocktails, Büffet und sonstigen Leckereien, gutem Sound verursacht durch Djs und DJanes, Infotischen und Filmen (auf wunsch die legendäre "Bart wird schwul" Simpsons Folge ...) und vielem mehr wird gefeiert bis zur Revolution! Oder vielleicht doch nur bis zum Morgengrauen? Mal sehen...

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27. Juni:
Nordrand (von Barbara Albert, A 1999)
Österreich 1995. Fünf junge Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen am Nordrand von Wien aufeinander, um für kurze Zeit ihr Leben und ihre Sehnsüchte miteinander zu teilen.
Am Nordrand von Wien versucht jeder von ihnen sein Glück. Zwischen Jobs, unfreiwilliger Mutterschaft und mühsam verdrängten Erlebnissen aus dem Krieg in Ex-Jugoslawien, versuchen sie, einander Halt und Wärme zu geben. Oft sperrig und unbeholfen, aber durchdrungen von dem Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden - bis ihr Leben wieder in unterschiedliche Richtungen auseinandertreibt...
Ein vielfach ausgezeichneter Film zum Wiedersehen und Endlich-Mal-Sehen. Und ganz besonders freuen wir uns auf unsere Gästin, die Regisseurin des Films: Barbara Albert
4. Juli:
Das - Que(e)r - Beisl - geht - in - die - Sommerpause- Fest
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