Que[e]r

que[e]r-Programm / Jänner 2008

Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.

Der Eintritt ist immer kostenlos!!!

Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite

Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF und als Webkalender!

Mittwoch 09. Jänner:

"Sexuell arbeiten" - eine queere Perspektive auf Arbeit und Leben Buchpräsentation

Renate Lorenz und Brigitta Kuster entwickeln in ihrem Buch den Begriff der "sexuellen Arbeit" an drei Beispielen: den Tagebüchern, SM-Szenen und Drag-Photographien der viktorianischen Hausangestellten Hannah Cullwick, den Praxen der Gäste und Angestellten des Büro-Suite-Hotels im heutigen Berlin und an Gesprächen mit Computerspezialist_innen, die kürzlich nach Deutschland migrierten. Entlang des Materials stellen die Autorinnen eine neue Anordnung von Macht im Feld der Arbeit dar. Diese ermöglicht, die angebotenen gesellschaftlichen Plätze - Mann oder Frau, Dyke oder hetero, mobile Arbeitskraft oder Migrantin, Chef oder Sekretärin - zu durchqueren. Doch zugleich erfordert dieses Machtdispositiv die "Fähigkeit", solche Durchquerungen überhaupt bewältigen zu können. Das double bind aus Ermöglichung und Zwang kennzeichnen die Autorinnen als "Prekarisierung", den zu leistenden Aufwand als "sexuelle Arbeit".

Eine Veranstaltung gemeinsam mit Grundrisse. Zeitschrift für linke Theorie und Debatte in Zusammenarbeit mit den Autor_innen.

Mittwoch 16. Jänner:

Schwangerschaftsabbruch im internationalen Kontext

Laut WHO stirbt alle sieben Minuten auf der Welt eine Frau an den Folgen eines medizinisch nicht korrekt durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs. Das verdeutlicht, dass Frauen gesellschaftlichen Konstellationen ausgesetzt sind, die sie dazu bringen, für die Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Der Slogan "Mein Bauch gehört mir", mit dem die Frauenbewegung für das Recht auf Selbstbestimmung in allen die "Reproduktion" betreffenden Fragen eintrat, ist für die allermeisten Frauen weltweit noch ein fernes Ziel. Dennoch gibt es international nur wenige Bestrebungen, diesem Phänomen konsequent entgegenzutreten, während gleichzeitig illegale Abtreibungen weltweit zu einem lukrativen Geschäft geworden sind.

Sarah Diehl, die Herausgeberin, stellt ihr Buch "Deproduktion. Schwangerschaftsabbruch im internationalen Kontext" vor.

Mittwoch 23. Jänner:

"Ich kann in Österreich als Putzfrau arbeiten. Vielen Dank, ja."

Die Wirtschaftssysteme der westlichen Hemisphäre beruhen zu einem Gutteil auf der Ausbeutung der Arbeitskraft von oftmals illegalisierten Migrant_innen. Gerade auch der Pflegebereich verlangt nach billiger Arbeitskraft, die zum Großteil ganz traditionell von Frauen erbracht wird. In der Diskussion um das Ende der Amnestie für nicht angemeldete Pfleger_innen geht es vor allem um soziale Grundsicherungen von pflegebedürftigen Menschen, fast nie kommen dabei die prekarisierten Arbeitsbedingungen der als "Engel" oder "Perle" objektivierten Migrantinnen zur Sprache.

Vortrag und Diskussion.

Mittwoch 30. Jänner:

Good Copy, Bad Copy

Im Rahmen eines Filmabends zeigen wir die freie Dokumentation "Good Copy Bad Copy", die mit kritischem Blick die vorherrschende Copyrightkultur hinterfragt. Zu Wort kommen dabei MusikerInnen wie Danger Mouse und der Mashup-Artist Girl Talk, sowie der Creative Commons-Anwalt Lawrence Lessig und die BetreiberInnen der Bittorrentseite Piratebay, aber auch VertreterInnen der Musik- und Filmindustrie. Zusätzlich wird der Frage nachgegangen, wie in Regionen jenseits des westlichen Mainstreams mit Copyright-Fragen umgegangen wird. Als Beispiele dienen dabei unter anderem die Kultur der Videoproduktion in Nigeria oder auch die Tecno Brega Sound-Remixes in Brasilien.

Dokumentation, Dänemark 2007, OmU (englischsprachig). Für weiter Informationen siehe: http://www.goodcopybadcopy.net/

Eine gemeinsame Veranstaltung mit tech:babbel