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que[e]r-Programm / April 2008
Alle Veranstaltungen finden in unseren neuen Location im Herzen des Stenzellands (Wipplingerstr. 23 / 1010 Wien) statt - manchen wird sie noch als die "Brücke" ein Begriff sein - und beginnen um 20:00, geöffnet ist das que[e]r ab 18:30.
Der Eintritt ist immer kostenlos!!!
Weitere Infos gibts auf der que[e]r-Übersichtsseite
Das aktuelle Programm gibt es auch als PDF und als Webkalender!
Mittwoch 02. April:
Queer in rosa Farben
Eine Diskussion zum geplanten Mahnmal "für homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus" in Wien Nach Amsterdam und Berlin wird nun auch Wien ein Mahnmal "für homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus" erhalten. Auf dem Morzinplatz, wo sich die ehemalige Gestapo-Leitstelle befand, soll der "rosa Platz" entstehen: ein 400 m² großes Bassin mit rosa gefärbtem Wasser, durch das sich der Schriftzug "QUE(E)R" zieht. Die Wiener Stadtregierung erklärt dazu enthusiastisch: "Der Begriff QUE(E)R steht sowohl als Sammelbezeichnung für alle Abweichungen von heterosexueller Normativität im Sinne von fremdartig, komisch oder schräg und wird heute von Schwulen, Lesben, Intersexuellen und TransGenders als affirmative Selbstbezeichnung verwendet.". Dieses Projekt, dessen Baubeginn nach wie vor unklar ist, wirft unterschiedliche Fragen auf: Wie sichtbar sind die einzelnen Gruppen, die das Mahnmal - zumindest im Titel - benennt? Muss sich Erinnerungspolitik in diesem Zusammenhang immer auf eindeutige Identitäten beziehen? Inwiefern ist der Begriff "queer" in einem historischen Kontext und als Subjektbezeichnung überhaupt anwendbar? Wie könnte aus queeren Perspektiven den Verfolgten und Ermordeten des NS-Regimes gedacht werden?
Diskussion mit Theoretiker_innen und Aktivist_innen.
In Zusammenarbeit mit dem HomoBiTrans*Kollektiv der ÖH Uni Wien.
Mittwoch 09. April:
Die Unterstützer_innengruppe DEFMA stellt sich vor!
oder Antisexismus muss Praxis werden!
Obwohl Antisexismus als einer der zentralen Ansprüche innerhalb einer sich als linksradikal verstehenden Szene genannt wird, kommt es immer wieder vor, dass es bei leeren Worten bleibt. Das beginnt bei sexistischen Machtstrukturen innerhalb von Gruppen und reicht bis zur Ausübung von sexualisierter Gewalt. Leider bekommen Betroffene zu wenig Unterstützung - stattdessen wird ihre Definitionsmacht in Frage gestellt. Betroffene stehen unter Rechtfertigungsdruck, ihnen wird nicht geglaubt und/oder sie werden für entscheidungsunfähig gehalten. Diese Reaktionen einer vermeintlich antisexistischen Umgebung sind Täterschutz und dienen der Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen. Seit dem 8. März 2008 gibt des DEFMA - eine Gruppe, die es sich zum Ziel gemacht hat, Betroffenen Unterstützung anzubieten und antisexistischen Praktiken mehr Raum einzuräumen.
Mittwoch 16. April:
"Possen des Performativen" - queere Politiken und performative Subversionen
Im Begriff der Posse begegnen einander Theater, Performance und Politik, nicht zuletzt als Spielräume emanzipatorischer Kämpfe gegen Körper- und Grenzregime. Poststrukturalistische, postdramatische und feministische Diskurse bilden die Basis für eine Tour de Force durch eine vielfältige Welt von politischen Aktionsformen. Possen des Performativen verweisen dabei sowohl auf minoritäres (Theater-)Vermögen zur Artikulation von Widerstand, genauso wie auf subversive performative Strategien zur "Verqueerung" des normierenden Geschlechtertheaters. Die im Buch verhandelten Praxen reichen von globalisierungskritischen Auseinandersetzungen (Zapatistas, Tute Bianche, G8 Genua, Heiligendamm) über antirassistische Kämpfe (Sans Papiers, kein mensch ist illegal, kanak attak) zu feministischen und queeren Politiken (Riot Grrrls, Pink-Block, Transgender-Aktivismus).
Buchpräsentation und Diskussion mit Gini Müller (Autorin), Robert Foltin, Marty Huber u.a.
Mittwoch 23. April:
Quo vadis Antifa?
Linksradikale antifaschistische Praxis geriert sich nach wie vor als männlich und weiss konnotiert. Das richtige "streetfight-bewusstsein" scheint männlichen Subjekten vorbehalten zu bleiben. Das wirft die Frage nach dem emanzipatorischen Gehalt von Antifa Arbeit auf. Wenn linksradikale Aktionen über das pure "Nazi-bashen" hinausgehen sollen, ist es notwendig Sexismus und Rassismus als Angriffsflächen zu erkennen und die eigenen Szeneauschlüsse zu reflektieren. In einer offenen Diskussionsrunde soll über die mangelnde Auseinandersetzung "der Antifa" mit sexistischen Herrschaftsverhältnissen und die fehlende Kopplung zu antirassistischer Arbeit gesprochen werden.
Mittwoch 30. April:
freiheit für andrea - antirepressionssoliparty
seit dem 1. dezember 2007 sitzt die antifaschistische aktivistin andrea in berlin im knast, da sie den antritt für eine mehrmonatige haftstrafe verweigert hatte, weshalb LKA-beamte sie am 1. dezember 2007 während der proteste gegen einen naziaufmarsch in berlin-rudow verhaftet haben. vorgeworfen wird ihr eine zusammengewürfelte lange latte an diversen lapidaren delikten wie zb mitführen eines pfeffersprays bei den aktionen im bayrischen mittenwald, der besitz von eiern, die sie während einer antifa-aktion bei sich hatte, vermummung während eines naziaufmarsches in berlin-tegel, schwarzfahren oder die besetzung der Ausländer_Innenbehörde Lichtenberg und eines Hauses in Friedrichshain.
mehr infos findet ihr hier: http://www.freeandrea.de.vu/
weil anwältInnen usw viel kohle kosten, lädt das que[e]r zur großen antirepressionsparty mit diversen specials und goodies! im knast sitzt andrea - gemeint sind wir alle!
