Que[e]r

Que[e]r-Programm / April 2006

05. April:

Que[e]r-reboot in progress-party

es ist soweit: das que[e]r hat eine neue location! natuerlich vertroedeln wir keine zeit und starten - trotz umbau in progress - ab april mit volldampf in eine neue veranstaltungssaison. das muss selbstverständlich gefeiert werden. deshalb laden wir euch ein, gemeinsam mit uns den neustart zu feiern! fuer goodies, gemuetlichkeit und unterhaltung wird gesorgt.

schaut vorbei im neuen que[e]r!

12. April:

"Recht und Gerechtigkeit"? Homophobie in Polen.

Die Jahre 2004 und 2005 waren durch eine tiefe Krise innerhalb des polnischen demokratischen Systems gekennzeichnet. Demonstrationen einer LGBT (LesbianGayBisexualTransgender) Bewegung in Krakau und in Poznan wurden von RechtsextremistInnen angegriffen und ähnliche Paraden in Warschau durch den Bürgermeister verboten.

Die Parlaments- und Präsidentenwahlen im Herbst 2005 wurden von der rechts-konservativen Partei "Recht & Gerechtigkeit" gewonnen, was den extrem homophoben Bürgermeister von Warschau die Präsidentschaft einbrachte. Die ausgerufene "moralische Revolution" hat sich eine Form der legalisierten Homophobie auf die Fahnen geschrieben. Stereotype über Homosexualität, die sich aus dem starken Einfluss des Katholizismus und aus tradierten Bildern des Staats-Sozialismus speisen wurden verstärkt. Gleichzeitig hat dieser Druck die LGBT Bewegung auch gestärkt und ein Bedürfnis nach Sichtbarkeit in der Gesellschaft - als die so genannte "violette Revolution" - forciert.

Vortrag mit einer polnischen Aktivistin (auf Englisch).

19. April:

underdog filmfest / screening plus diskussion

Das underdog filmfest fand vom 9. - 12.3. in 5 verschiedenen, sonst nicht als Kinos bespielten, Räumen in Wien statt. Es war der erste Versuch, den Spagat zwischen Mainstream Cinema und subkulturellen Kontexten zu meistern. Die Vorgaben zur Filmeinreichung waren sehr gering: "Alle rechtzeitig eingesendeten Filme oder Kurzfilme werden gezeigt. Einzige Zugangsbeschränkung obliegt auf Beiträge mit rassistischen, sexistischen oder homophoben Inhalten." trotzdem - oder deswegen? - ergab sich ein ein spannendes Filmprogramm, in einem weiten Rahmen zwischen politisch moivierten Filmen, Kunst- und Experimentalfilmen und Homemade Trash-Produktionen. Bei keinem eingereichten Film war Zensur nötig. Das ergab auf der anderen Seite ein extrem dichtes Programm, über 120 Filme mußten in vier Tagen gezeigt werden.Für Diskussionen war nicht viel Zeit. Diese können nun nachgeholt werden: Die OrganisatorInnen wollen öffentlich die Frage Wie kann eine möglichst offene Plattform für "autonomes" Filmemachen und gleichzeitig ein für das Publikum leicht zu konsumierendes Festival aussehen? diskutieren.

Davor gibt es eine Auswahl vom underdog filmfest 2006 zu sehen.

26. April:

Heldenplatz: Die Burschenschaften und der 8. Mai

Auch heuer wollen deutschnationale Korporierte, darunter maßgebliche FPÖ-Kader, am Wiener Heldenplatz die "totale Niederlage" (B! Olympia) von 1945 betrauern und ihrer toten "Helden" gedenken. Der dafür noch notwendige Polizeischutz sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es den Rechtsextremisten im Sog der FPÖ-Regierungsbeteiligung gelungen ist, ihre Sicht auf den Nationalsozialismus und sein Ende im gesellschaftlichen Mainstream zu verankern. Heute stößt sich fast niemand mehr an dieser öffentlichen Sympathiebekundung für die nationalsozialistischen Angriffs- und Vernichtungskrieger. Und so können diese ungehindert zu "Vorkämpfer für das vereinte Europa" (Jörg Haider) umgelogen werden. Auch auf europäischer Ebene ist diese "revisionistische" Sichtweise durch die neuen EU-Staaten, allen voran den baltischen, ein Stück weiter durchgesetzt worden.

Vortrag und Diskussion über Geschichte und Relevanz der "deutschen" Burschenschaften in Österreich, die Bedeutung des 8. Mai für den organisierten Rechtsextremismus und die Hegemonie des "Revisionismus light"